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  • Michael Schöll

Klimawandel: von schwül zu kühl

Ob es den Klimawandel nun tatsächlich gibt oder nicht und wenn ja in welcher Ausprägung – daran scheiden sich immer noch die Geister. Fest steht aber: die Sommer werden tendenziell heißer und so wird man auch heuer wieder mit einigen Tropentagen und -nächten rechnen müssen. Deshalb erfreuen sich Klimaanlagen für Wohnräume auch in unseren Breiten immer größerer Beliebtheit.

Die Möglichkeiten dabei reichen von Standgeräten bis hin zu mehrteiligen Systemen. Doch bevor man sich für ein bestimmtes entscheidet, sollten einige Punkte berücksichtigt werden.


Kosten

Der Preis ist dabei vor allem von der Art des Modells abhängig. Einbaugeräte sind ab 1200 Euro erhältlich. Günstiger sind mobile Geräte, die man ohne zusätzlichen Aufwand im Wohnraum aufstellen kann. Diese gibt es ab 350 Euro aufwärts.

Hinzu kommen noch die Betriebskosten, die von einigen Faktoren abhängen: der Energieeffizienzklasse (sie gibt den benötigten Strom für die Kühlleistung an; besonders effizient sind die Klassen A bis A+++), dem Stromanbieter, den Außentemperaturen sowie der Art des Gerätes. Besitzer einer Splitanlage der Energieeffizienzklasse A – EU-weit sind seit 2014 nur Klasse A und B zulässig –, müssen für die Kühlung eines 35 Quadratmeter großen Raumes mit Betriebskosten von durchschnittlich 80 Cent pro Tag rechnen.


Hygiene

Um hygienische Mängel zu vermeiden, sollte eine einwandfreie Funktionstüchtigkeit des Gerätes sichergestellt werden. Da sich Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze in den Filtern und Rohren oft unbemerkt vermehren, ist eine fachmännische Wartung des Gerätes unumgänglich. Diese sollte einmal im Jahr durchgeführt werden. Neben der Überprüfung der Kondensatpumpe muss dabei auch eine Kontrolle der Kühlflüssigkeit vorgenommen werden.

Zudem muss alle zwei Wochen der Filter der Anlage gereinigt werden. Das kann man selbst mit dem Staubsauger erledigen. Ein verschmutzter Filter verschlechtert nicht nur die Luftqualität im Raum, sondern lässt auch die Effizienz des Gerätes sinken. Allergiker sollten zudem darauf achten, dass ihre Anlage mit einem Pollenfilter ausgestattet ist. Bei den meisten Markenklimaanlagen ist das heute jedoch schon Standard. Doch selbst wenn die Klimaanlage optimal gewartet ist, kann sie in manchen Fällen zu gesundheitlichen Problemen führen. Um an heißen Tagen das Herz-Kreislauf-System nicht zusätzlich zu belasten, sollte der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenbereich nicht mehr als sechs Grad Celsius betragen.


Rechtliches

Rechtliche Rahmenbedingungen sind für Klimaanlagen mit Außengerät zu beachten, und zwar noch vor dem Einbau. Denn je nach Standort (unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern) und Größe braucht es eine Genehmigung seitens der Baubehörde. In der Praxis bedeutet dies, dass das Außengerät so montiert werden muss, dass es von der Straße aus nicht zu sehen ist und mindestens vier Meter vom nächstgelegenen Wohnungsfenster des Nachbarn entfernt ist. Innenhöfe oder Flachdächer eignen sich dafür gut. Befindet sich das Haus zusätzlich in einer Schutzzone oder ist es denkmalgeschützt, ist die Installation grundsätzlich zu bewilligen. Dafür müssen neben den Bauplänen auch Fotos des gewünschten Anbringungsortes und eine technische Beschreibung des Gerätes eingereicht werden. Zusätzlich muss das Abdeckgitter der Ansaugung in der Farbe der Fassade gestrichen werden und darf architektonische Zierelemente nicht verändern.

Bei einem Mehrparteienhaus ist es mit der Zustimmung seitens der Baubehörde noch nicht getan. Laut Wohnungseigentumsgesetz bzw. Mietrechtsgesetz müssen auch die Miteigentümer sowie der Vermieter um Erlaubnis gefragt werden. Letzterer am besten mit einem eingeschriebenen Brief. Der Vermieter hat ab Erhalt des Briefes zwei Wochen Zeit, um auf die Anfrage zu reagieren. Bekommt der Mieter keine Antwort, gilt die Zustimmung als erteilt. Wurde die Klimaanlageallerdings ohne Anfrage montiert, hat der Vermieter das Recht, eine Besitzstörungsklage einzureichen. Um rechtliche Nachteile zu verhindern, sollte in diesem Fall die Anlage so schnell wie möglich abgebaut werden.


Mobile Standgeräte

Diese Modelle lassen sich ohne Montage im Raum aufstellen und sind eine günstige Alternative zu Einbaugeräten. Sie ziehen die Wärme aus der Raumluft und führen sie durch einen Schlauch nach draußen. Dieser befindet sich in der Regel im Zwischenraum eines gekippten Fensters. Dadurch ergibt sich allerdings der große Nachteil der mobilen Geräte, denn durch die Öffnung strömt gleichzeitig warme Luft in den Wohnraum.

Zudem arbeiten mobile Klimaanlagen weniger energieeffizient als Einbaugeräte. Ein Monogerät, das mit einem Kilowatt den ganzen Tag über arbeitet, kann zu täglichen Stromkosten von 1,50 Euro führen. Und sie verursachen einen hohen Geräuschpegel von bis zu 50 dB.


Einbaugeräte

Die Apparate für den Wand- und Fenstereinbau funktionieren nach demselben Prinzip wie mobile Anlagen. Allerdings werden diese fest verbaut, z.B. in eine Fenster- oder Maueröffnung. Sie bestehen aus einem Gehäuse, aus dem die kalte Luft in den Raum und die warme nach außen geleitet wird. Dadurch wird nachströmende warme Luft vermieden. Häufig muss aber eine Wand durchbrochen werden, um den hinteren Teil der Anlage nach außen ragen zu lassen. Die Größe des Durchbruchs hängt vom Querschnitt des Gerätes ab, beträgt im Durchschnitt aber 45 x 40 Zentimeter.


Splitgerät

Das Innengerät entzieht die Wärme, wodurch sich das Kältemittel in der Klimaanlage gasförmig ausbreitet. Der Verflüssiger, der außen montiert wird, gibt die Wärme an die Umgebung ab. Bei Multisplitgeräten können an einen Verflüssiger mehrere Innengeräte angeschlossen werden, um die Kühlung verschiedener Räumen sicherzustellen. Durch die Trennung der Geräteteile fällt die Geräuschentwicklung geringer aus als im Vergleich zu Monoblock-Geräten. Ein Splitgerät erzeugt durchschnittlich 20 dB und ist somit leiser als im Wind raschelnde Blätter. Zudem ist auch die Energieeffizienz höher als bei einteiligen Geräten. Eine Splitanlage der Energieeffizienzklasse A kann bis zu 100 Kilowattstunden Strom weniger verbrauchen als ein Standgerät derselben Kategorie.

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